Für alle, die ihre Bank wechseln wollen
Girokonto kündigen beim Bankwechsel — Kündigungsschreiben nach § 675h BGB
Ein Girokonto kannst du nach § 675h BGB grundsätzlich jederzeit ohne Einhaltung einer Frist kündigen, sofern im Rahmenvertrag keine abweichende Frist vereinbart ist — gesetzlich darf diese jedoch maximal einen Monat betragen. Die Kündigung sollte schriftlich erfolgen; viele Banken verlangen einen Brief oder Eintrag über das gesicherte Online-Postfach.
Quelle: § 675h BGB, Zahlungskontengesetz (ZKG)
Ein Bankwechsel klingt nach viel Aufwand — dabei ist die eigentliche Kündigung des Girokontos rechtlich einer der unkompliziertesten Vorgänge im Vertragsrecht. Trotzdem scheitern viele Menschen an vermeidbaren Fehlern: Sie kündigen zu früh (bevor das neue Konto vollständig einsatzbereit ist), zu spät (und zahlen unnötig lange doppelte Kontoführungsgebühren) oder vergessen, laufende Daueraufträge und Lastschriftmandate rechtzeitig umzustellen. Nach § 675h BGB steht dir als Verbraucher das Recht zu, den Zahlungsdiensterahmenvertrag — also den Vertrag, der deinem Girokonto zugrunde liegt — jederzeit zu kündigen. Eine Mindestlaufzeit darf die Bank dir nicht aufzwingen. Wenn dein Rahmenvertrag eine Kündigungsfrist vorsieht, ist diese gesetzlich auf maximal einen Monat begrenzt. Viele Direktbanken und Neobanken verzichten sogar auf jede Frist und ermöglichen eine sofortige Kontoauflösung. Bei klassischen Filialbanken hingegen ist eine Frist von vier Wochen üblich — schau deshalb in deine Kontobedingungen oder frag direkt bei deiner Bank nach. Bevor du kündigst, solltest du folgendes geregelt haben: Das neue Konto bei der Zielbank muss vollständig aktiv sein — dazu gehört nicht nur die Kontoeröffnung, sondern auch der Empfang der Girokarte, der PIN sowie des TAN-Verfahrens. Alle laufenden Daueraufträge müssen auf das neue Konto umgezogen sein. Alle Lastschriftmandate müssen aktualisiert werden: Strom, Gas, Wasser, Streaming-Abos, Versicherungen, Mobilfunkvertrag, Mitgliedsbeiträge und alle anderen Anbieter, die von deinem alten Konto abbuchen. Viele Banken bieten einen Kontowechselservice nach dem Zahlungskontengesetz (ZKG) an, der automatisch alle bekannten Zahlungspartner informiert. Außerdem solltest du sicherstellen, dass dein Arbeitgeber deine neue IBAN kennt, bevor die Kündigung wirksam wird — sonst könnte dein Gehalt auf das gekündigte Konto überwiesen werden und ein aufwendiger Rückleitungsprozess entsteht. Auf dem alten Konto sollte zum Zeitpunkt der Kündigung kein Guthaben mehr vorhanden sein (oder du weist ausdrücklich an, wohin das Restguthaben überwiesen werden soll) und kein Minus stehen, denn ein negativer Saldo muss vor der Kontolöschung ausgeglichen werden. Die Kündigung selbst ist formfrei möglich; die AGB der Bank dürfen bei Verträgen ab dem 01.10.2016 höchstens Textform verlangen (§ 309 Nr. 13 Buchst. b BGB), eine E-Mail ist also wirksam. Für den Nachweis ist ein Brief per Einschreiben, die Abgabe in der Filiale mit Quittung oder das gesicherte Online-Postfach am besten; bei einer E-Mail an eine allgemeine Adresse lass dir den Eingang bestätigen, damit es keinen Streit über Zugang und Datum gibt. Gib in der Kündigung klar an: deine vollständigen Kontodaten (Name, IBAN), das gewünschte Kündigungsdatum oder „zum nächstmöglichen Termin" sowie die Bitte um schriftliche Bestätigung der Kontoauflösung. Bewahre diese Bestätigung auf — sie kann wichtig sein, falls später noch Buchungen auftauchen oder Fragen zur Kontogeschichte entstehen.
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Typische Situation
Diese Punkte tauchen bei girokonto kündigen besonders häufig auf.
- Du möchtest deine Bank wechseln und das alte Girokonto kündigen
- Das neue Konto ist bereits eröffnet und vollständig einsatzbereit
- Alle Daueraufträge und Lastschriftmandate sind auf das neue Konto umgestellt
- Du willst die Kündigung schriftlich und nachweisbar einreichen
So funktioniert es
In 3 Schritten zur fertigen Kündigung.
Neues Konto vollständig einrichten
Stelle sicher, dass Girokarte, PIN, Online-Banking und alle Zugangsdaten beim neuen Konto vorhanden sind. Stelle alle Daueraufträge und Lastschriftmandate um und teile die neue IBAN deinem Arbeitgeber mit.
Kündigungsfrist prüfen und Termin wählen
Prüfe in deinen Kontobedingungen, ob eine Kündigungsfrist gilt (maximal 1 Monat nach § 675h BGB). Wähle einen Termin, zu dem das alte Konto auf null ist und keine eingehenden Zahlungen mehr erwartet werden.
Kündigung schriftlich einreichen und Beleg sichern
Erstelle das Kündigungsschreiben mit IBAN, gewünschtem Kündigungsdatum und der Bitte um Bestätigung. Sende es per Einschreiben oder über das gesicherte Online-Postfach. Bewahre den Nachweis auf.
FAQ
Häufige Fragen
Mit welcher Frist dürfen die Bank und ich das Girokonto kündigen?
Das ist unterschiedlich geregelt: Die Bank selbst kann einen unbefristeten Girokontovertrag nur mit einer Frist von mindestens zwei Monaten kündigen, und nur wenn das vereinbart ist (§ 675h Abs. 2 BGB). Für dich als Kunden gilt umgekehrt: Du kannst jederzeit kündigen, eine vereinbarte Frist darf einen Monat nicht übersteigen (§ 675h Abs. 1 BGB).
Was passiert mit noch ausstehenden Lastschriften nach der Kündigung?
Lastschriften, die nach dem Kündigungsdatum eingehen, werden mangels Konto zurückgebucht. Das kann zu Mahngebühren beim jeweiligen Anbieter führen. Deshalb ist es wichtig, alle Mandate rechtzeitig umgestellt zu haben, bevor die Kündigung wirksam wird.
Muss ich ein Girokonto-Guthaben vorher abheben?
Nein, du kannst in der Kündigung angeben, wohin das Restguthaben überwiesen werden soll — etwa auf das neue Konto. Die Bank ist verpflichtet, das Guthaben auszuzahlen. Ein negativer Saldo hingegen muss vor Kontoauflösung ausgeglichen werden.
Kann ich das Girokonto auch mündlich oder per E-Mail kündigen?
Rechtlich ist die Kündigung formfrei möglich; AGB dürfen bei Verträgen ab dem 01.10.2016 höchstens Textform verlangen, also keine Unterschrift auf Papier (§ 309 Nr. 13 Buchst. b BGB). Aus Beweisgründen ist ein Nachweis des Zugangs trotzdem dringend empfehlenswert, etwa über das Online-Postfach der Bank oder ein Einschreiben.
Ist dieses Schreiben eine Rechtsberatung?
Nein. Das Schreiben liefert allgemeine Informationen und Formulierungsbeispiele zu § 675h BGB, ersetzt aber keine individuelle Rechtsberatung. In Standardfällen (einfache Kontoauflösung ohne offene Schulden oder Streitigkeiten) ist die Rechtslage klar. Bei Sonderfällen — etwa Pfändungsschutzkonto oder laufende Streitigkeiten über Gebühren — empfehlen wir die Beratung durch eine Verbraucherzentrale oder einen Anwalt.
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