Streaming & Medien · 6 Schritte

Spotify kündigen

Vertragspartner bei Spotify Premium ist nicht eine deutsche Niederlassung, sondern die Spotify AB, Regeringsgatan 19, 111 53 Stockholm, Schweden. Für Nutzerinnen und Nutzer mit Wohnsitz in Deutschland gilt trotzdem das deutsche Widerrufsrecht, und die Nutzungsbedingungen enthalten dazu eine vollständige Widerrufsbelehrung. Zwei Dinge unterscheiden Spotify von einem klassischen Abo mit Mindestlaufzeit: Es gibt keine Kündigungsfrist, die Sie einhalten müssten — die Kündigung wirkt schlicht zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums. Und Ihr Konto verschwindet dabei nicht, sondern wird auf den kostenlosen Dienst heruntergestuft. Der häufigste teure Fehler liegt woanders: Wer Premium über Apple, Google oder einen Mobilfunkanbieter gebucht hat, kann bei Spotify selbst gar nicht wirksam kündigen.

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So kündigst du Spotify in 6 Schritten

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Herausfinden, wo Sie tatsächlich bezahlen

Prüfen Sie, ob die Abbuchung von Spotify selbst oder von einem Dritten stammt — App Store, Google Play, Telekom, Vodafone oder ein Bundle-Anbieter. Die Nutzungsbedingungen sagen dazu: „Falls Sie das kostenpflichtige Abonnement über einen Dritten erworben haben, sollten Sie dieses möglichst direkt über den Dritten kündigen.“

2

Abrechnungszeitraum feststellen

Die Gebühr wird laut Ziffer 4.3 „Am ersten Tag jedes Abrechnungszeitraums“ in Rechnung gestellt. Dieses Datum bestimmt, wann Ihre Kündigung wirksam wird — nicht der Tag, an dem Sie kündigen.

3

Bei Spotify direkt über die Kontoseite kündigen

Der von Spotify beschriebene Weg lautet: „Sie können Ihr kostenpflichtiges Abonnement jederzeit kündigen, indem Sie sich bei Ihrem Spotify-Konto anmelden und den Anweisungen auf der Kontoseite folgen […]“ Eine Frist müssen Sie dabei nicht beachten.

4

Bei einem Probeabonnement rechtzeitig vor Ablauf handeln

Wer über eine Testphase eingestiegen ist, muss vor deren Ende kündigen. Sonst gilt: „Wenn Sie das kostenpflichtige Abonnement nicht vor Ende des Probeabonnements kündigen, verlieren Sie dieses Vorab-Kündigungsrecht und erteilen Spotify die Erlaubnis, Ihnen bis zur Kündigung des kostenpflichtigen Abonnements monatlich die vereinbarte Gebühr in Rechnung zu stellen.“

5

Innerhalb von 14 Tagen den Widerruf prüfen

Bei einem frisch abgeschlossenen Vertrag steht Ihnen ein gesetzliches Widerrufsrecht zu: „Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angaben von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsschlusses.“

6

Bestätigung sichern und Zahlungsmittel beobachten

Prüfen Sie nach der Kündigung, ob im Konto das Enddatum des Premium-Zugangs angezeigt wird, und kontrollieren Sie die nächste Abrechnungsperiode auf Ihrem Zahlungsmittel. Läuft dort weiter Geld ab, wurde vermutlich über einen Drittanbieter abgerechnet.

Kündigungsfrist bei Spotify

Der Vertragspartner steht in den Nutzungsbedingungen unter „Anbieter“: Spotify AB, Regeringsgatan 19, 111 53 Stockholm, Schweden. Das ist keine Formalie, sondern die Adresse, an die ein Widerruf zu richten ist, wenn Sie ihn nicht elektronisch erklären. Die Kündigung selbst ist bewusst niedrigschwellig gehalten. Ziffer 4.3 beschreibt zugleich Abrechnung und Ausstieg: „Sofern Ihr kostenpflichtiges Abonnement nicht für einen vorausbezahlten Zeitraum erworben wurde, läuft das kostenpflichtige Abonnement auf unbestimmte Zeit bis zur Kündigung. Am ersten Tag jedes Abrechnungszeitraums wird Ihnen die Abonnementgebühr in Rechnung gestellt […]. Sie können Ihr kostenpflichtiges Abonnement jederzeit kündigen, indem Sie sich bei Ihrem Spotify-Konto anmelden und den Anweisungen auf der Kontoseite folgen […]“ Eine Frist müssen Sie also nicht wahren. Entscheidend ist allein, wann Ihre laufende Periode endet: „Sofern nicht anders angegeben, wird jede Kündigung von Ihnen oder Spotify am Ende des Abrechnungszeitraums wirksam, in dem Sie oder Spotify kündigen und Sie werden auf den kostenlosen Dienst heruntergestuft.“ Das Wort „heruntergestuft“ ist wichtig. Anders als bei einem Bankkonto oder einer Versicherung endet hier nicht die Vertragsbeziehung als solche, sondern nur die kostenpflichtige Stufe. Ihr Konto, Ihre Playlists und Ihre Bibliothek bestehen weiter, nur eben im werbefinanzierten Gratismodell. Der mit Abstand teuerste Fehler bei diesem Anbieter betrifft den Abrechnungsweg. Spotify lässt sich über Dritte buchen — App-Stores, Mobilfunkanbieter, Bundle-Pakete — und weist ausdrücklich darauf hin: „Ein kostenpflichtiges Abonnement können Sie unmittelbar bei Spotify oder über einen Dritten erwerben […]“ Für die Beendigung folgt daraus: „Falls Sie das kostenpflichtige Abonnement über einen Dritten erworben haben, sollten Sie dieses möglichst direkt über den Dritten kündigen.“ Wer in diesem Fall nur in der Spotify-App auf Kündigen klickt, stoppt die Abbuchung beim Drittanbieter nicht. Prüfen Sie deshalb zuerst Ihren Kontoauszug oder die Abo-Verwaltung Ihres Stores, bevor Sie irgendwo klicken. Zusätzlich gilt: „Wenn Sie ein kostenpflichtiges Abonnement über einen Dritten abschließen, können zusätzlich zu dieser Vereinbarung gesonderte Bedingungen mit dem Dritten bei Ihrer Nutzung der Spotify-Dienste gelten.“ Wer über eine Probephase eingestiegen ist, sollte den Automatismus kennen, den Spotify beschreibt: „Wenn Sie sich für ein Probeabonnement registrieren, stimmen Sie zu, dass die Bedenkzeit für das kostenpflichtige Abonnement, für das Sie ein Probeabonnement erhalten, mit Ablauf Ihres Probeabonnements endet. In diesem Fall beginnt das kostenpflichtige Abonnement mit Ablauf des Probeabonnements. Wenn Sie das kostenpflichtige Abonnement nicht vor Ende des Probeabonnements kündigen, verlieren Sie dieses Vorab-Kündigungsrecht und erteilen Spotify die Erlaubnis, Ihnen bis zur Kündigung des kostenpflichtigen Abonnements monatlich die vereinbarte Gebühr in Rechnung zu stellen.“ Die Testphase endet also nicht von allein, sie geht über. Für neu abgeschlossene Verträge kommt das gesetzliche Widerrufsrecht hinzu, das Spotify in einer vollständigen Belehrung abbildet: „Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angaben von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsschlusses.“ Der Widerruf ist an die Spotify AB unter der Stockholmer Anschrift, an kundendienst_de@spotify.com oder an die Faxnummer +49 30 5770 2443 zu richten, „mittels einer eindeutigen Erklärung (z.B. ein mit der Post versandter Brief, Telefax oder E-Mail)“. Ein Formular ist nicht vorgeschrieben, und für die Frist genügt das rechtzeitige Absenden. Bei wirksamem Widerruf erstattet Spotify alle erhaltenen Zahlungen „unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag […], an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist“, und zwar über dasselbe Zahlungsmittel und ohne Entgelte. Auch Spotify kann kündigen. Ziffer 12 regelt: „Die Vereinbarung bleibt wirksam, bis sie von Ihnen oder von Spotify gekündigt werden. Die Vereinbarung kann sowohl durch Spotify als auch durch Sie jederzeit mit einer Frist von mindestens 14 Tagen gekündigt werden.“ Für das Bezahlabo nennt Ziffer 4.3 die gleiche Mindestfrist. Zusätzlich behält sich Spotify die Kündigung aus wichtigem Grund vor, „insbesondere im Falle einer unberechtigten Nutzung der Spotify-Dienste und/oder der Inhalte und/oder der wesentlichen oder wiederholten Nichteinhaltung der Vereinbarung Ihrerseits“. Ein letzter Sonderfall: Prepaid- und Gutscheinabos brauchen keine Kündigung. „Wenn Sie ein kostenpflichtiges Abonnement durch die Nutzung eines […] haben, endet Ihr Abonnement automatisch zum Ende des im Code angegebenen Zeitraums oder wenn das Prepaid-Guthaben für die Zahlung der Spotify-Dienste nicht ausreicht.“ Hier müssen Sie nur darauf achten, dass Sie im Anschluss nicht versehentlich ein reguläres Abo starten. Kontrollieren Sie nach jeder Kündigung zwei Dinge: ob im Konto ein konkretes Enddatum für den Premium-Zugang steht, und ob in der folgenden Periode tatsächlich keine Abbuchung mehr erfolgt. Bleibt die Abbuchung bestehen, liegt der Vertrag mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einem Drittanbieter — und muss dort beendet werden.

Verkürzte Kündigungsfristen seit 2022

Seit dem 1. März 2022 gilt das reformierte Verbrauchervertragsrecht: Verträge, die sich nach der Erst-Laufzeit automatisch verlängern würden, sind seitdem jederzeit mit einer Frist von nur einem Monat kündbar. Das betrifft auch Spotify. Eine komplette Liste aller Fristen findest du im Artikel Kündigungsfristen 2026.

Sonderkündigungsrecht bei Spotify

In manchen Situationen musst du nicht auf das reguläre Vertragsende warten. Ein Sonderkündigungsrecht greift unter anderem bei einer Preiserhöhung durch den Anbieter (6 Wochen Sonderkündigungsrecht ab Mitteilung), bei einem Umzug an einen Ort, an dem Spotify nicht liefern kann, bei dauerhaften Leistungsstörungen oder bei einer einseitigen Vertragsänderung. Die rechtlichen Details erklären wir im Artikel Sonderkündigungsrecht und außerordentliche Kündigung.

Warum Spotify mit uns kündigen?

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Formgerecht kündigen — wichtige Grundlagen

Damit deine Kündigung bei Spotify rechtlich wasserdicht ist, solltest du drei Dinge beachten. Die richtige Form — meist Textform nach § 126b BGB. Eine Kündigung per Einschreiben gibt dir im Streitfall den besten Zugangsnachweis. Die richtigen Pflichtangaben — eine fertige Kündigungs-Vorlage zeigt, was mindestens rein muss. Und die Unterscheidung von Kündigung und Widerruf: ein Widerruf gilt nur innerhalb der 14-Tage-Frist nach Vertragsabschluss.

FAQ

Häufige Fragen zu Spotify

Gibt es bei Spotify eine Kündigungsfrist?

Für Sie nicht. Ziffer 4.3 lautet: „Sie können Ihr kostenpflichtiges Abonnement jederzeit kündigen, indem Sie sich bei Ihrem Spotify-Konto anmelden und den Anweisungen auf der Kontoseite folgen […]“ Wirksam wird die Kündigung dann zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums.

Wird mir das restliche Geld erstattet?

Nein, der bereits bezahlte Zeitraum läuft aus. Spotify formuliert: „Sofern nicht anders angegeben, wird jede Kündigung von Ihnen oder Spotify am Ende des Abrechnungszeitraums wirksam, in dem Sie oder Spotify kündigen und Sie werden auf den kostenlosen Dienst heruntergestuft.“ Sie behalten Premium also bis zum Periodenende und zahlen danach nichts mehr.

Wird mein Konto gelöscht, wenn ich Premium kündige?

Nein. Sie werden „auf den kostenlosen Dienst heruntergestuft“. Playlists und Bibliothek bleiben erhalten, die Premium-Funktionen enden. Wer das Konto vollständig löschen möchte, muss das separat veranlassen — Spotify verweist dafür auf den Kundenservice.

Ich habe über iTunes oder Google Play bezahlt — reicht die Kündigung in der Spotify-App?

Nein, und das ist der teuerste Irrtum bei diesem Anbieter. Die Nutzungsbedingungen stellen klar: „Falls Sie das kostenpflichtige Abonnement über einen Dritten erworben haben, sollten Sie dieses möglichst direkt über den Dritten kündigen.“ Ergänzend heißt es zu solchen Abschlüssen: „Wenn Sie ein kostenpflichtiges Abonnement über einen Dritten abschließen, können zusätzlich zu dieser Vereinbarung gesonderte Bedingungen mit dem Dritten bei Ihrer Nutzung der Spotify-Dienste gelten.“ Die Abbuchung läuft dann über den Store, nicht über Spotify.

Wie lange habe ich Widerrufsrecht und an wen richte ich es?

Vierzehn Tage ab Vertragsschluss. Die Belehrung nennt den Adressaten vollständig: „Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns (Spotify AB, Regeringsgatan 19, 111 53 Stockholm, Schweden, E-Mail: kundendienst_de@spotify.com, Fax: +49 30 5770 2443 mittels einer eindeutigen Erklärung (z.B. ein mit der Post versandter Brief, Telefax oder E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren.“

Muss ich das Muster-Widerrufsformular benutzen?

Nein. Spotify schreibt: „Sie können dafür das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden, das jedoch nicht vorgeschrieben ist.“ Es genügt eine eindeutige Erklärung. Für die Fristwahrung gilt: „Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.“

Wie schnell bekomme ich beim Widerruf mein Geld zurück?

Innerhalb von vierzehn Tagen ab Zugang des Widerrufs. Die Belehrung sagt zu, alle Zahlungen „unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist.“ Erstattet wird über dasselbe Zahlungsmittel, ohne zusätzliche Entgelte.

Kann Spotify mir kündigen?

Ja, mit Vorlauf. Ziffer 12 bestimmt: „Die Vereinbarung kann sowohl durch Spotify als auch durch Sie jederzeit mit einer Frist von mindestens 14 Tagen gekündigt werden.“ Für das kostenpflichtige Abo nennt Ziffer 4.3 dieselbe Größenordnung: „Wir können Ihr kostenpflichtiges Abonnement mit einer Frist von mindestens 14 Tagen kündigen.“ Daneben bleibt die Kündigung aus wichtigem Grund möglich.

Was passiert bei einem über einen Code bezahlten Abo?

Es endet von selbst. Spotify regelt: „Wenn Sie ein kostenpflichtiges Abonnement durch die Nutzung eines […] haben, endet Ihr Abonnement automatisch zum Ende des im Code angegebenen Zeitraums oder wenn das Prepaid-Guthaben für die Zahlung der Spotify-Dienste nicht ausreicht.“ Eine gesonderte Kündigung ist dafür nicht nötig.

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